Als Dokumentenklasse verwende ich “scrreprt” von KOMA-Script. KOMA-Skript enthält zusätzliche Pakete und Klassen, die für das europäische Umfeld gedacht sind. Die Standardklassen von LaTeX richten sich nach amerikanischen Konventionen und Papierformaten (haben also beispielsweise kein A4, andere Trennrichtlinien etc.). Scrreprt ist einseitig (im Gegensatz zu scrbook) und hat als höchste Gliederungsebene das Chapter (scrartcl geht nur bis section).
Da ich auf Englisch schreibe, aber an einzelnen Stellen auch Deutsch brauche, habe ich folgende Babel-Angabe: \usepackage[ngerman,english]{babel}. Das zuletzt genannte (also Englisch) ist damit voreingestellt. Auf Deutsch umstellen geht durch \selectlanguage{ngerman}. Die Angabe ngerman bedeutet neue deutsche Rechtschreibung - alte Rechtschreibung wäre german. Das A4-Format kommt durch die Angabe \documentclass[a4paper]{scrreprt}.
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Ich habe mich dazu entschieden, meine Diplomarbeit mit LaTeX (ein Textsatzprogramm - besonders für lange wissenschaftliche Texte beliebt) zu schreiben, da es mir von vielen empfohlen wurde und mir bei Word auch schon vereinzelte Probleme untergekommen sind, beispielsweise mit Tabellen am Seitenende und ähnlichem. Bei großen Dokumenten (ca. 100 Seiten) kommen angeblich immer mehr Tücken dazu.
Ganz so intuitiv und einfach wie viele immer behaupten war der Einstieg allerdings nicht. Wenn man eine Layout-Vorlage hat, die man eins zu eins übernehmen kann/will sicherlich perfekt: dann macht man sich noch mit einigen Befehlen für das Schreiben der Texte vertraut (Anzeigen von Sonderzeichen, Formatierungen, Trennung, Einbinden von Tabellen/Grafiken, Labels, Referenzierungen, …) und kann loslegen. Ist dies nicht der Fall, muss man sich (egal ob man eine Vorlage verändern will oder gleich eine neu erstellt) auf jeden Fall näher mit einzelnen Paketen und Befehlen auseinandersetzen, was mich durchaus ein paar Tage gekostet hat (aber auch interessant war).
Ich verwende die Distribution MiKTeX, TeXnicCenter als Entwicklungsumgebung und JabRef zur Literaturverwaltung. Erste Aufgabe war den passenden BibTex-Style zu finden. Der Lehrstuhl verlang die sog. Oxford oder Harvard-Zitierweise, dabei werden die Verfassernamen abgekürzt und mit Jahreszahl in eckige Klammern gesetzt - dies sieht beispielsweise so aus: [MeBe01, S. 101]. Eine Freundin hat mir dann dankenswerterweise die entsprechende Datei geschickt. Ich verwende jetzt wisealpha.bst vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der TU Dresden - das ist eine Überarbeitung des alphadin-Styles, der wiederum auf DIN 1505 basiert. Um die Seitenzahl noch mit dazu zu bekommen, muss man sie im cite-Befehl in eckige Klammern setzen. Im Text sieht eine Quellen-Referenz dann folgendermaßen aus: \cite[p. 101]{Meierl2001}. Meier2001 ist dabei der in JabRef vergebene Bibtexkey.
Auf der Seite des WISE-Lehrstuhls gibt es neben dem BibTeX-Style auch eine Vorlage. Aber ich hätte einige Dinge verändern wollen und die (für mich als Laien) relativ komplexe Vorlage zu verwenden (sie ist für Seminararbeiten, Diplomarbeiten und Doktorarbeiten und definiert zahlreiche eigene Funktionen), war mir dann zu unsicher. Daher habe ich mir selbst mit Hilfe verschiedener Vorlagen und des Buchs “LaTeX-Begleiter” von Goosens, Mittelbach und Samarin eine zusammengestückelt. Ich werde sie vielleicht auch am Ende hier veröffentlichen.
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